Medizintechnik Neuigkeiten

Automatisierte Atmungskontrolle verbessert Patientenversorgung

Atemfrequenz als frühester Indikator für gesundheitliche Verschlechterungen: Irischer Medtech-Anbieter PMD Solutions präsentiert innovative Sensortechnologie RespiraSense

Sie sollen Kosten einsparen, Mitarbeiter entlasten und die Patientenversorgung verbessern: Digitale Technologien und Automatisierungsansätze bestimmen zurzeit das Gesundheitswesen. Eine McKinsey-Studie kommt in diesem Zusammenhang jedoch zu einem ernüchternden Ergebnis: Drei von fünf Krankenhäusern in Deutschland haben demnach bislang keine Digitalisierungsstrategie. 85 Prozent der Geschäftsführer beschreiben die Reife und Qualität der Digitalisierung in ihrem Haus zudem als unzureichend. Ein wichtiger Bereich, in dem es großen Nachholbedarf gibt, ist die technologisch gestützte und automatisierte Atemüberwachung.

Der irische Medizintechnikentwickler und -anbieter PMD Solutions möchte Kliniken, Ärzten und Pflegepersonal jetzt mit einer neuen Technologie unter die Arme greifen: RespiraSense ermöglicht erstmalig und so exakt, wie es manuell nicht denkbar ist, die Kontrolle und Messung des Atemmechanismus. Durch den Einsatz dieser Innovation lassen sich beispielsweise Störungen der Atemwege, zunehmende Sepsis, eine sich verschlimmernde Lungenentzündung oder drohende Herzinfarkte erkennen und abwenden. RespiraSense ist ein wichtiges Puzzleteil im Digitalisierungsgefüge, das Kliniken dabei unterstützt, Prozesse effizienter zu machen und die Patientenversorgung auf ein neues Level zu heben.

Erstmals genaue Überwachung der Atemfrequenz möglich Um diese Arbeit voranzutreiben, bekam das Entwicklerteam von PMD Solutions 2015 von der Europäischen Kommission finanzielle Zuschüsse von rund 4,3 Millionen Euro. Das Unternehmen wurde 2011 von Myles Murray gegründet. Er reagierte mit diesem Schritt auf den Hinweis eines Professors für Notfallmedizin, der Murray erklärte, dass sich die Atemfrequenz von Patienten nicht exakt überwachen und Anomalien nur schwer dokumentieren ließen. Im Zentrum der Arbeit von PMD Solutions steht die Prävention sogenannter „Respiratory Failures“, respiratorische Auffälligkeiten wie Lungenödem, Atemdepression und Muskelfunktionsstörungen. Bei einer Atemdepression sinkt die Atemfrequenz auf weniger als zehn Atemzüge pro Minute. Diagnosen wie diese sollen laut PMD Solutions bis 2020 um über 30 Prozent, die Kosten für die Leistungserbringer im Gesundheitswesen auf über drei Milliarden Euro jährlich ansteigen. Zudem können eine Beeinträchtigung der Atmung und daraus resultierende Folgen wie Herzstillstand oder Sepsis Krankenhausaufenthalte um drei bis sieben Tage verlängern. Optimierte Atmungskontrolle ist daher ein essenzielles Handlungsfeld für Entscheider im Gesundheitswesen.

Manuelles Zählen der Atemzüge entfällt

Automatisierte Abläufe und technologische Hilfen in den unterschiedlichsten Bereichen und Abteilungen gehören in Krankenhäusern weltweit zwar mittlerweile zum Alltag. Geht es aber um die Messung von Atmung und Atemfrequenz, verlassen sich Klinikmitarbeiter auf manuelles Zählen der Atemzüge sowie die Dokumentation auf Papier – ein oft sehr ungenaues Unterfangen, zumal Spontanatmung in der Regel nur schwer zu erkennen ist.

Mit der tragbaren und am Oberkörper des Patienten fixierten Sensortechnologie RespiraSense revolutioniert PMD Solutions diesen zentralen Aspekt der Patientenversorgung und ermöglicht es, den Atemmechanismus genauer zu überprüfen, um so gesundheitlichen Verschlechterungen vorzubeugen. Atemfrequenztrends lassen sich auf Tablet oder Smartphone darstellen, Veränderungen schnell erfassen. Gleichzeitig geht es dem irischen Medtech-Experten darum, die Relevanz der Atemfrequenz als frühester und sensibelster Indikator für eine Verschlechterung durch Erkrankungen wie Sepsis ins Blickfeld des Interesses zu rücken. RespiraSense soll darüber hinaus die Patientensicherheit und Standards in der allgemeinen Pflege optimieren. Prävention ist hierfür eine zentrale Prämisse.

Innovative Piezo-Sensortechnologie liefert präzise Messergebnisse RespiraSense besteht aus einem Sensor, einem Lobe (ein flaches, wenige Zentimeter großes Gerät) und einer Software-Anwendung. Die neue piezo-elektrische Sensor-Technologie misst die Bewegungen von Brust und Darm, die während der Atmung auftreten. Der Lobe, der an den Einweg-Sensor angeschlossen ist und eine aufladbare Batterie enthält, verarbeitet das Atemsignal mithilfe modernster Algorithmen. Nach Umwandlung der Atmungsausschläge gibt der Einweg-Sensor diese als variierendes Niederspannungssignal an den Lobe aus, der sich auf der Haut des Patienten befindet. Das verarbeitete Signal wird an ein Tablet oder anderes Gerät weitergeleitet, auf dem die RespiraSense-Software eine genaue Messung der Atemfrequenz anzeigt. Gibt es hier Auffälligkeiten, warnt ein individuell einstellbarer Alarm. Europäische Praxistests haben bereits gezeigt, dass sich mithilfe von RespiraSense die Verschlechterung des Gesundheitszustands von Patienten zwischen sechs bis zwölf Stunden früher erkennen lässt als mit herkömmlichen Methoden.

Eddie Goodwin, Manager Germany, Austria and Switzerland bei Enterprise Ireland, kommentiert: „PMD Solutions ist ein gutes Beispiel für ein irisches Medtech-Unternehmen, das mit seinen Entwicklungen die Patientenversorgung weltweit verbessern will. Forschung und Entwicklung spielen in Irland eine zentrale Rolle. Irische Innovationsstärke wird in den kommenden Jahren auch die Gesundheitssysteme anderer Länder positiv beeinflussen. Im Zuge dessen werden irische Experten das Potenzial der Digitalisierung verstärkt nutzen und Weiterentwicklungen aktiv vorantreiben.“

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