Mehr als 70 Millionen Menschen weltweit feiern am 17. März St. Patrick, den Schutzpatron Irlands. Keine Frage, der „Paddy’s Day“ ist eine echte irische Erfolgsgeschichte und ein guter Zeitpunkt, um sich der Erfolge bewusst zu werden, die irische Unternehmen bei Geschäftspartnern und Kunden auf der ganzen Welt erzielen. Im Zusammenhang mit dem Brexit und der Agenda von Enterprise Ireland, die Exporte außerhalb Großbritanniens zu steigern, war dies noch nie so wichtig wie heute. Auf der Agenda steht unter anderem der weitere Ausbau ihrer Innovationsstärke. Das „Innovation Scoreboard 2017“ der Europäischen Union ergab, dass kleine und mittelständische irische Unternehmen auf Platz eins in Sachen Innovationsstärke liegen. Dies gilt zum Beispiel für die Bereiche Medizin-, Agrar- und HighTech-Bautechnik. Die irische Regierungsorganisation Enterprise Ireland hat pünktlich zum irischen Nationalfeiertag ein Kleeblatt dreier Innovationen zusammengestellt, die zeigen, wie einfallsreich die Nation am äußersten Rand Europas ist, und wie stark sie auch deutsche Branchen beflügelt.

 

Innovative Medizintechnik: Sanftes Elektrodenset für Neugeborene 

Die irische Medizintechnik-Branche gilt im internationalen Vergleich als besonders innovativ und agil. Beispiel Pädiatrie: Das neonatale EEG ist ein sehr wertvolles diagnostisches Hilfsmittel. Gleichzeitig stellt es auch eine zeitaufwändige und technische Herausforderung dar, mehrere EEG-Sensoren auf der Kopfhaut des Säuglings zu befestigen. Das in Dublin ansässige Unternehmen Incereb entwickelt physiologische Überwachungssensoren für Neugeborene, die schnell und einfach zu bedienen sind. Eine besondere Technologielösung des irischen Anbieters für den Kopf des Säuglings ist das neon 12. Bis zu zwölf Sensoren lassen sich so in wenigen Minuten in der richtigen Position nicht-invasiv, also ohne Nadeln, nutzen. Ein spezielles neurophysiologisches Training ist nicht länger vonnöten. Ärzte und medizinisches Fachpersonal profitieren von detaillierten und stabilen Aufzeichnungen dank korrekter Sensorplatzierung. Incereb-Technologie wird in Deutschland erfolgreich über den in München ansässigen Distributor MedCare Visions vertrieben.

 

Zukunftsorientierte Landwirtschaft: Antibiotika-Alternative für die Tierhaltung

Auch im Bereich der Landwirtschaft gehören irische Unternehmen seit Jahren zu den Innovationsführern unter den Entwicklern und Anbietern. Dieses gilt im Besonderen auch für den Bereich der Tierhaltung und -produktion. Neue Produkte unterstützen immer mehr landwirtschaftliche Betriebe und Akteure dabei, ihre Prozesseffizienz zu steigern und Zukunftssicherheit zu stärken. Beispiel Auranta: Das irische Unternehmen stellt eine Alternative zu den vielfach diskutierten Antibiotika her: Das Produkt besteht zu hundert Prozent aus pflanzlichen Extrakten und organischen Säuren, die die Darmgesundheit von Hühnern, Kälbern und Schweinen positiv beeinflussen. Zentrales Ziel ist es, mit Hilfe neuer patentierter Technologien Lösungen anzubieten, um bakterielle Erkrankungen in der Tierhaltung zu bekämpfen und durch kostengünstige und nachhaltige Alternativen den prophylaktischen und übermäßigen Einsatz von Antibiotika zu reduzieren.

 

Intelligentes Design: Smarte Glaspanels für moderne Wohn- und Branchenanforderungen

Open Plan-Living – offene Küchen-, Ess- und Wohnbereiche – ist einer der Bau- und Architekturtrends schlechthin. Genau diesen Wunsch nach großzügigen Räumen gepaart mit Sichtschutz bei Bedarf adressiert Smartglass International, ein in Dublin ansässiger Hersteller von elektrisch veränderbaren Glasprodukten wie Scheiben, die mit einem Knopfdruck von klar zu undurchsichtig wechseln. So schafft Smartglass multifunktionale Räume, die auf die Bedürfnisse der Benutzer eingehen. Smartglass-Panels, -Scheiben und -Lösungen finden breite Anwendung im Gesundheitswesen, im Gastgewerbe und im gehobenen Wohnbereich, wo Licht, Hygiene und innovatives Design eine wichtige Rolle spielen. Jedes Panel von Smartglass ist maßgeschneidert und somit auf die individuellen Kundenanforderungen zugeschnitten. Das Unternehmen unterstützt zahlreiche namhafte deutsche und internationale Firmen, darunter Maars Living Walls, Drum Systeme, RDL, Clestra und AGC. Gemeinsam mit dem ebenfalls innovationsfokussierten irischen Anbieter vStream und dem Installationspartner Belgo Glass betreut Smartglass aktuell ein Design-Projekt des Fußballclubs TSG 1899 Hoffenheim.

 

„In Zeiten, in denen der Brexit eine große Herausforderung für irische Unternehmen darstellt, müssen diese mehr denn je ihre Innovationsstärke ausbauen und in Forschung und Entwicklung investieren“, erklärt Eddie Goodwin, Manager Germany, Austria and Switzerland bei Enterprise Ireland. „Hierbei unterstützen wir mit unserer Prepare for Brexit Kampagne. Wir sind uns sicher, dass Unternehmen in Deutschland und weltweit von unseren Bemühungen und innovativen Produkten für die Behandlung ihrer Patienten oder das Wohlergehen von Tieren profitieren.

Aktuelles Whitepaper beleuchtet die prägende Rolle von Digital Farming für ertragreiche und zugleich ressourceneffiziente Agrarbetriebe.

Agrarwirtschaft im Wandel: Viele Herausforderungen für Landwirtschaftsbetriebe lassen sich nur noch mit leistungsstarken Agritech-Konzepten lösen. Das aktuelle Whitepaper „Agritech: The Future of Profitable Farming“ wagt einen Ausblick, wie der Alltag auf Feldern, Weiden und in Ställen übermorgen aussehen könnte. Zentrale Erkenntnis der Studie von Frost and Sullivan, in Auftrag gegeben von Enterprise Ireland: Die Akzeptanz agrartechnischer Lösungen wird künftig stark zunehmen.

Bereits heute gehören praktische Technologien zur Betriebsausstattung vieler Bauernhöfe und landwirtschaftlicher Großbetriebe. Landwirte stehen vor einer Reihe aktueller Herausforderungen. Zusätzlich sind einige Hürden zu meistern, sobald neue Technologien in der Praxis eingeführt werden sollen. Hier setzt das Whitepaper an.

Der Wettbewerb im Agrarsektor zwingt die Betriebe dazu, sich gegenüber der Konkurrenz abzusetzen. Eine geeignete Methode: die Einführungsschwierigkeiten neuer Technologien konkret zu adressieren. Viele Agritech-Hersteller von der grünen Insel gehen bereits in diese Richtung. In enger und vertrauensvoller Kooperation mit den Anwendern entwickeln sie kostengünstige Lösungen, die bei der Bereitstellung und im konkreten Einsatz wertvolle Unterstützung leisten und nur wenig technisches Fachwissen erfordern.

Agritech aus Irland setzt Impulse

Drei Beispiele von Unternehmen machen deutlich, wie enorm das Potenzial von Digital Farming für die Anforderungen von morgen ist. Das Kerngeschäft von Tanco bildet seit 25 Jahren die Entwicklung und Produktion von Ballenwicklern. Nicht zuletzt dank der Integration digitaler Anwendungskomponenten wird inzwischen unter der Marke Tanco Autowrap weltweit die breiteste Produktpalette im Bereich der Ballenwickeltechnik mit zahlreichen Patenten vertrieben und in mehr als 30 Länder exportiert.

Ein Best Practice aus der Milchwirtschaft liefert Dairymaster. Das Unternehmen hat sich national und international einen Ruf als Anbieter von Hightech-Lösungen in dem Marktsegment erworben und Innovationspreise auf der ganzen Welt gewonnen. Bestes Beispiel: Das Dairymaster Mission Control – ein System, das die Geschwindigkeit von Melkkarussellen optimiert.

Mit effizienten digitalen Lösungen für die Viehwirtschaft hat sich Moocall Ltd. einen Namen gemacht. Das Unternehmen entwickelt tragbare Geräte für die Rinderindustrie, die die tägliche Arbeit in den Betrieben erleichtern. Dazu zählen am Kuhschwanz montierte Kalbungssensoren, Brunsterkennungssysteme sowie eine Software für das Herdenmanagement.

Nachhaltige Landwirtschaft auf dem Vormarsch

Die drei genannten Unternehmen adressieren mit ihrem Lösungsportfolio drängende Zukunftsfragen hinsichtlich Nahrungsmittelversorgung und Nachhaltigkeit. Denn den Vereinten Nationen zufolge wird die Weltbevölkerung bis 2050 rund 9,8 Milliarden Menschen umfassen – ein Anstieg um 29,4 Prozent gegenüber 2017. Als Konsequenz müssen laut Food and Agriculture Organization (FAO) 2050 rund 70 Prozent mehr Nahrungsmittel als heute produziert werden. Zugleich verlangen Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte verstärkte Berücksichtigung. Kurzum: Der Druck auf die Agrarindustrie wächst enorm.

Vorreiter bei Digital Farming

Gerade in puncto digitaler Lösungsstrategien stehen irische Agrartechnik-Unternehmen an der Spitze der Entwicklung hin zu IoT und Datenanalyse, wie vor allem das Beispiel MooCall zeigt. Und das macht durchaus Schule: Die Produkte des irischen Anbieters werden weltweit bereits in 40 Ländern eingesetzt. Daneben tragen noch zahlreiche weitere Unternehmen aktiv dazu bei, die Produktion von Lebensmitteln fit für die kommenden Jahrzehnte zu machen. Sie entwickeln globale Lösungen, die Effizienz, Wachstum und Rentabilität fördern, und stellen so die Weichen für eine profitable und nachhaltige Landwirtschaft im 21. Jahrhundert.

 

Hier geht es zum vollständigen Whitepaper „Agritech: The Future of Profitable Farming“.

Zukunftsorientierte und effiziente Landwirtschaft 4.0 erfordert durchdachte Konzepte zur artgerechten Tierhaltung: Unternehmen aus Irland leisten Schützenhilfe

Woher kommt das Schnitzel auf dem Teller? Kann das Huhn, das das frische Frühstücksei geliefert hat, im Sand scharren? Verbraucher stellen sich vermehrt Fragen wie diese. Daher spielt das Thema Tierwohl eine immer wichtigere Rolle – beispielsweise auf der Grünen Woche in Berlin, die erst vor einigen Tagen zu Ende gegangen ist. Vielfach diskutiert wurde auf der Leitmesse für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau beispielsweise das geplante staatliche deutsche Tierwohl-Label für Fleisch im Supermarkt, das ab 2020 eingeführt werden soll.

Die Initiative Tierwohl hat in einer aktuellen Forsa-Umfrage in diesem Zusammenhang herausgefunden, dass 89 Prozent der Interviewten bereit wären, mehr für Fleisch zu bezahlen, wenn dafür die Bedingungen in der Tierhaltung verbessert würden. Irische Agrartechnik und Agrarexpertise von der grünen Insel unterstützen Landwirte weltweit, den Spagat zwischen stetig steigender Nahrungsmittelproduktion, Wettbewerbsdruck, Verbraucheranforderungen und Tierwohl zu meistern.

Verantwortungsvolle Landwirtschaft 4.0 „made in Ireland“

Nach Angaben der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) soll die Fleischproduktion 2018 bei rund 335 Millionen Tonnen gelegen haben. Entwickelt sich die globale Nachfrage nach Fleisch so weiter, müssen Landwirte und Agrarbetriebe die Produktion bis zum Jahr 2050 auf 470 Millionen Tonnen pro Jahr erhöhen. Dies erfordert zukunftsorientierte Produktion und moderne Technologien, die industrielle Tierhaltung und Tierwohl in Einklang bringen. Die irische Agrarbranche ist ein Vorreiter in Sachen Innovation, Effizienz und Tierwohl. Das liegt auch daran, dass in Irland ein Großteil der Investitionen in die Entwicklung digitaler Agrarkonzepte fließt. Zentrales Ziel: Mit wenigen Ressourcen sollen möglichst viele, jedoch hochwertige Lebensmittel produziert werden.

Heike John, Senior Market Adviser Industrial DACH bei Enterprise Ireland, führt aus: „Tierwohl, Innovationsstärke, Effizienz und Nachhaltigkeit zeichnen das Portfolio der irischen Agritech-Branche aus. Hinzukommen langjährige Erfahrungen auf diesem Gebiet und Mitarbeiter, die ihr Know-how und ihren Elan dafür einsetzen, die Landwirtschaft der Zukunft zu gestalten und dabei auch das Wohlergehen der Tiere zu berücksichtigen. Deutsche und irische Landwirte und Agrartechniker profitieren immens von Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit.“

Die folgenden Beispiele zeigen, wie irische Entwicklungen dazu beitragen, das Tierwohl zu verbessern und die Nutztierhaltung in Deutschland, Europa und weltweit zukunftsfähig und wettbewerbsstark aufzustellen – und dies stets im Interesse von Mensch und Tier.

1.   Künstliche Intelligenz optimiert Melkabläufe

Auf künstlicher Intelligenz basierende Systeme und Lösungen sind aktuell in aller Munde, so auch im Stall und auf dem Hof. Ein gutes Beispiel ist diesbezüglich das Rotations-Melken. Das Mission Control-System von Dairymaster unterstützt Milchbauern dabei, Melkzeiten, Entscheidungsfindung und Steuerung zu optimieren. Über eine digitale Schnittstelle erhält der Anwender einen umfassenden Überblick und vollständige Kontrolle über den Melkvorgang. Das Mission Control von Dairymaster verarbeitet komplexe Datenbestände, die in einem nächsten Schritt in problemlos umsetzbare Handlungen überführt werden. Die Lösung nutzt künstliche Intelligenz, um den Melkdurchsatz zu maximieren. Durch die Steuerung der Melkrotationsgeschwindigkeit wird jede Einheit und jeder Cluster im Melkstand bestmöglich ausgelastet. Gleichzeitig können Landwirte die Standzeiten ihrer Kühe reduzieren und so das Tierwohl verbessern. 

2.   Nutrazeutika fördern Tiergesundheit

Qualitativ hochwertige Futtermittel und auf die Belange der jeweiligen Tiere abgestimmte Futterkomponenten sind ein weiterer Aspekt für verbessertes Tierwohl. Neben dem Grundnährwert kann Tiernahrung zusätzliche nutrazeutische Vorteile beinhalten. Hierzu zählen beispielsweise gute Verdaulichkeit oder hypoallergene Eigenschaften. Das irische Unternehmen Mervue Laboratories  hat sich auf diese Nutrazeutika spezialisiert und führt im Portfolio Futter für Pferde, Heimtiere, Wiederkäuer, Geflügel und sogar Kamele. Der Herstellungsprozess aller Mervue-Produkte beginnt mit der sorgfältigen Auswahl von Rohmaterialien. Jedes Produkt muss die höchsten europäischen Qualitätsstandards einhalten und jede Phase der Entwicklung und des Herstellungsprozesses wird sorgfältig überwacht.

3.   Sichere und komfortable Stallungen und Boxen

Ein weiterer Aspekt, der bei der art- und tiergerechten Haltung und Aufzucht eine große Rolle spielt, sind geeignete Stallungen. Liegeboxen mit einem Boden aus Gummi- statt Betonlamellen können dazu beitragen, Verletzungen signifikant zu minimieren. Die Liegeboxen des irischen Unternehmens EASYFIX sorgen dafür, dass die Tiere in der richtigen Position liegen. Das Gummilamellen-Auflagesystem auf dem Boden der Liegebucht verstärkt den Komfort der Tiere und erhöht ihre Sicherheit und Leistung. Die Liegeboxenbügel aus flexiblen Kunstoffrohren lassen sich individuell einstellen, was die Ruheposition für die Tiere optimiert. Gummischlaufen und Gumminackenhalterungen unterstützen die Bewegungsfreiheit in der Box und auch dann, wenn das Tier die Box verlässt.  

 

Blockchain-Experte aus Dublin wird für die Mitarbeit bei der Hilfe für syrische Flüchtlinge gewürdigt

Eine großartiger Monat für AID:Tech: Der innovative Software-Experte aus Dublin setzt Blockchain-Technologie ein, um internationale Hilfe zu leisten. Dafür wurde das Unternehmen nicht nur mit dem Irish Times Innovation Award belohnt, sondern auch von der Financial Times als einer der 100 europäischen Digital Champions ausgezeichnet. In der Kategorie „Using technology for social challenges“ wurde AID:Tech als eine von 18 Organisationen aufgeführt, die ihre digitale Expertise zur Lösung gesellschaftlicher Probleme einsetzen. Außerdem wurde der Erfinder des World Wide Web, Sir Tim Berners-Lee, in derselben Kategorie für seine Arbeit mit dem Open Data Institute prämiert.

Die Blockchain-Technologie ermöglicht es Menschen, Geld oder Daten auf eine offene, transparente und sichere Weise digital zu versenden. AID:Tech nutzte die Technologie bereits frühzeitig und war das erste Unternehmen weltweit, das im Auftrag des Irischen Roten Kreuzes finanzielle Hilfe über die Blockchain an syrische Flüchtlinge leistete.

Irlands Fintech-Vorteil

Irland hat sich in den vergangenen Jahren zu einem renommierten Fintech-Standort entwickelt, an dem über 250 führende Finanzdienstleistungsunternehmen tätig sind. Dadurch ist das Land zum viertgrößten Exporteur von Finanzdienstleistungen in der EU geworden. Bereits im Oktober gewann Sedicii, ein weiteres innovatives irisches Fintech-Startup, in Madrid den BBVA Open Innovation Fintech for Future Award 2018. Die Auszeichnung, die im Rahmen einer der weltweit führenden Fintech-Wettbewerbe verliehen wurde, würdigte Sedicii für die Entwicklung einer Plattform, die es Unternehmen ermöglicht, die Identität einer Person gegenüber einer vertrauenswürdigen Quelle nachzuweisen, ohne dass dabei sensible personenbezogene Daten überallhin gesendet werden müssen.

Ein weiteres führendes irisches Unternehmen im Fintech-Bereich ist CurrencyFair, eine Peer-to-Peer-Währungsaustauschplattform. Diese ermöglicht es Unternehmen und Verbrauchern, Geld bei internationalen Überweisungen zu sparen, indem sie auf Wechselkurse zugreifen, die niedriger sind als die von Banken und Brokern. Mit Niederlassungen in Irland, Großbritannien, Polen und Australien ist CurrencyFair weltweit präsent und hat bereits mehr als 5,5 Milliarden Euro im Auftrag seiner Kunden transferiert.

Regtech und die Zukunft der Finanzdienstleistungen

Technologien wie die Blockchain verändern die Funktionsweise von Finanzdienstleistungen. Seit dem Finanzcrash 2008 ist das regulatorische Risiko für Unternehmen zu einem wichtigen Thema geworden und wird heute ähnlich betrachtet wie beispielsweise das Kreditrisiko, das Fremdwährungsrisiko und das Aktienrisiko. Irische Regtech-Unternehmen stehen an vorderster Front, um Unternehmen dabei zu unterstützen, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen.

So auch Corlytics: Das 2014 gegründete Unternehmen hilft Kunden auf der ganzen Welt, sich über die regulatorischen Aktivitäten auf dem Laufenden zu halten. Durch die Zusammenarbeit mit Banken und Regulierungsbehörden wie der britischen Financial Conduct Authority (FCA) übersetzt das Unternehmen regulatorische Informationen in ein einheitliches Format. Hierzu nutzt es künstliche Intelligenz (KI) und weitere Systeme, um Kunden dabei zu unterstützen, relevante Mitteilungen leichter zu verstehen.

Das irische Unternehmen GECKO Governance hat eine Regtech-Fondsmanagementlösung entwickelt, die es den Nutzern ermöglicht, die regulatorischen und Compliance-Anforderungen von Investmentfonds-Portfolios in Echtzeit zu verwalten. Eines ihrer innovativen Produkte, das GECKO Crypto1-System, bietet ein überprüfbares, unabhängiges Blockchain-Audit, das für Finanzaufsichtsbehörden geeignet ist. Mit Unterstützung von Enterprise Ireland, der staatlichen Handels- und Innovationsagentur, ist das Unternehmen unter anderem in Singapur erfolgreich tätig.

„Die Auszeichnung irischer Fintech Unternehmen als vorbildliche Akteure im internationalen Marktumfeld ist ein greifbarer Beleg für die Leistungs- und Innovationsstärke der gesamten Branche“, erklärt Jane Green, Market Adviser Fintech bei Enterprise Ireland. „Vor diesem Hintergrund sehen wir unser Land und seine visionären Unternehmen auf einem guten Weg in Richtung Zukunft und sehen uns darin bestätigt, das kontinuierliche Engagement für Wachstum, Kooperation und Export weiter zu intensivieren.“

Irland verfügt über eine schnell wachsende Wirtschaft, in der die weltweit besten Tech-Talente arbeiten. Hinzukommt ein Support-System, das die besten Ideen der einheimischen Wirtschaft fördert. So schafft das Land eine Zukunft, die sich vielversprechend auf Lösungen dieses Innovationsstandorts auswirkt.

Auf den Straßen Dublins sind „Saints und Scholars“, also Heilige und Gelehrte, heute kein Gesprächsthema mehr. Im schillernden Technologieviertel der Stadt, das hier als Silicon Docks bekannt ist, drehen sich die mehrsprachigen Gespräche junger Menschen um Pläne, Start-ups, Treffpunkte, wer nach der Arbeit wohin geht und wer gerade die nächste große Idee hat. Alles scheint irgendwie dringend und wichtig zu sein.  Alles ist in Bewegung.

Doch so sehr sich Irland in den vergangenen Jahren auch verändert hat. Es lohnt sich, einen Blick auf die Ursprünge „des Lands der Heiligen und Gelehrten“ zu werfen. Die Inselnation hat eine jahrhundertealte, weltweit anerkannte Tradition für akademische Exzellenz und hohe Bildungsstandards. Das hat sich bis heute nicht geändert. Mittlerweile lebt in Irland nicht nur die jüngste Bevölkerung in ganz Europa. Hier leben auch die am besten ausgebildeten Talente.

Die weltweite Einordnung Irlands als Innovationsstandort


  • Irland verfügt über die am schnellsten wachsende Wirtschaft in der Eurozone (in den vergangenen vier Jahren in Folge).
  • Höchster Anteil wachstumsstarker Unternehmen in der EU (Eurostat)
  • Das Trinity College Dublin bringt mehr risikokapitalfinanzierte Unternehmen als jede andere europäische Universität hervor (PitchBook).
  • Auf Platz 2 der wettbewerbsfähigsten Wirtschaften in der EU (IMD World Competitiveness, 2017)
  • Auf Platz 6 der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt (IMD)
  • Auf Platz 3 der weltweit besten Ökonomien für Unternehmenseffizienz (IMD)
  • Bestes Land in Westeuropa für Investitionen (IDA)
  • Auf Platz 1 weltweit in Sachen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Menschen (IDA)
  • Jüngste Bevölkerung in Europa: ein Drittel unter 25 Jahren; fast die Hälfte unter 34 Jahren
  • Irland rangiert unter den Top 10 der Länder weltweit bei:
    • Hochschulbildung, die den Anforderungen einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft entspricht (IDA)
    • Wissenstransfer zwischen Universitäten und Unternehmen (IDA)
  • Auf Platz 10 unter 127 Ländern im Global Innovation Index
  • Auf Platz 1 in Sachen Wissensverbreitung, auf Platz 2 in Sachen Wissenswirkung (Global Innovation Index).

Die hohe Verfügbarkeit talentierter, anpassungsfähiger, gut ausgebildeter junger Menschen ist ein Grund dafür, warum Irland heute die Heimat von Facebook, Google, Twitter und anderen ist. Der große Fokus auf Flexibilität und Kompetenzentwicklung hat zudem eine erstrebenswerte Kultur der Innovation und des Einfallsreichtums entstehen lassen.

Innovationskultur

Auch das ist nicht neu. Für so ein kleines Land ist es erstaunlich, wie viele wichtige Erfindungen auf Irland zurückzuführen sind. Zum Beispiel wurde das U-Boot vom irischen Ingenieur John Philip Holland erfunden, einem Zeitgenossen (und Bekannten) von Thomas Edison. Hollands U-Boot war das erste, das von der US Navy offiziell in Auftrag gegeben wurde; er entwickelte auch das erste U-Boot der britischen Royal Navy, die Holland 1.

Auch die Farbfotografie stammt aus Irland. Sie wurde vom irischen Geologen und Absolventen des Trinity College Dublin John Joly erfunden. Die Spritze beziehungsweise Injektionsnadel wurde vom Dubliner Arzt Francis Rynd erfunden. Der gelenkte Torpedo wurde von Louis Brennan aus dem County Mayo erfunden. (Er war auch an der Entwicklung des Hubschraubers beteiligt). Seismologie – nicht nur die moderne Wissenschaft, sondern auch das eigentliche Wort – wurde vom irischen Geophysiker Robert Mallet erfunden.

Noch nicht genug? Nun, wenn Sie zu den 20 Prozent der Erwachsenen weltweit gehören, die eine Tätowierung haben (allein in den USA wird geschätzt, dass etwa 45 Millionen Menschen derzeit tätowiert sind), dann wurden Sie höchstwahrscheinlich mit einer elektrischen Tätowiermaschine tätowiert, die von Samuel O’Reilly erfunden wurde. Wie sein Name verrät, war O’Reilly der Sohn irischer Einwanderer.

Diese Beispiele aus der Geschichte zeigen, dass die irische Innovationskultur kein neues Phänomen ist. Die Vergangenheit hat den Weg für die Gegenwart geebnet, und Irland bereitet heute den Nährboden für Unternehmertum. Diese Entwicklung profitiert  sowohl von einer wiederauflebenden Wirtschaft – der am schnellsten wachsenden Wirtschaft der EU in den letzten vier Jahren in Folge – als auch von einer jungen, bestens ausgebildeten Bevölkerung.

Globale Technologie- und Pharma-Marken

Die günstigen Voraussetzungen haben wiederum alle wichtigen Technikkonzerne weltweit angezogen: Google, Amazon, IBM, LinkedIn, PayPal, Twitter, Dropbox, Etsy, Groupon, Airbnb, Uber, Siemens, HP, Dell, Microsoft, Intel, Symantec, die Liste ließe sich weiter fortsetzen: Ein Who’s Who aller bekannten Marken der Welt.

Auch wenn der Technologiesektor die Schlagzeilen dominiert: Auch die irische Pharma- und Medtech-Industrie ist stark im Kommen. Irland ist heute der Wahlstandort für globale Arzneimittelhersteller. Mittlerweile haben sieben der zehn weltweit führenden biopharmazeutischen Unternehmen, darunter Boston Scientific, Pfizer und Johnson & Johnson, ihren Sitz hier.

Auf Pro-Kopf-Basis ist Irland heute der größte Arbeitgeber in der Medizintechnik und der zweitgrößte Exporteur von Medtech-Produkten in ganz Europa. Einige Branchenstatistiken sind in diesem Kontext bemerkenswert:

Die Präsenz multinationaler Unternehmen hat die lokale irische Szene belebt, wobei lokale Unternehmen zunehmend als Mitentwickler (und Unterlieferanten) mit den größten Medtech-Unternehmen der Welt zusammenarbeiten. Das wiederum hat die lokale Kompetenz gestärkt und irische Technologie für ausländische Partner noch attraktiver gemacht.

Unternehmensfreundliches Umfeld

Multinationale Unternehmen werden immer von einer jungen, hochqualifizierten Bevölkerung und einem unternehmensfreundlichen Umfeld angezogen. Ihre Präsenz bietet dann Ressourcen und Möglichkeiten für einheimische Ideen, Unternehmer und Start-ups, während eine wachsende Zahl an Partnerschaften zwischen Wirtschaft und Bildungseinrichtungen die Förderung von Talenten antreibt.

Irlands Innovationsökosystem wird durch Enterprise Ireland – der nationalen Wirtschaftsentwicklungsagentur – weiter ausgebaut, da sie die Entwicklung einheimischer Unternehmen einschließlich Start-ups unterstützt. Als einer der weltweit produktivsten Startkapitalgeber investiert Enterprise Ireland jedes Jahr in rund 200 junge Unternehmen.

War die Vergangenheit bereits vielversprechend, bestätigt Irland heute einmal mehr seinen weltweit wachsenden Status als Innovationsstandort. Dank einer schnell wachsenden Wirtschaft, jungen, hochqualifizierten Arbeitskräften und einem Fördersystem, das darauf ausgelegt ist, das Beste aus Talenten und ihren Ideen herauszuholen, sieht Irlands Zukunft wirklich blendend aus.

Enterprise Ireland erklärt, wie Unternehmen ihre Marktchancen strategisch optimieren können

Märkte im Wandel: Die Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen verschärfen sich unter dem Einfluss von Digitalisierung, Globalisierung und politischer Unwägbarkeiten rasant. Gefragt sind praktikable Konzepte, um die eigene Marktposition zu stabilisieren und Erlöschancen zu optimieren. Enterprise Ireland, die irische Regierungsorganisation zur Wirtschaftsförderung, erläutert vier Strategien, mit denen Unternehmen die Weichen in Richtung Zukunft stellen können.

  1. Spezialisierung fördern und Exporte strategisch ausbauen

Egal um welche Branche es geht – konsequente Spezialisierung ist ein Erfolgsrezept, mit dem Unternehmen gezielt dazu beitragen können, ihre Absatzchancen zu verbessern. Die daraus entstehende Branchenexpertise kann sogar dazu führen, dass regelrechte Kompetenz-Hubs entstehen. Diese fördern Export und internationalen Handel und unterstützen, dass sich wiederum einzelne Anbieter als begehrte Lieferanten auf dem internationalen Markt etablieren.

  1. Den Brexit nicht als Bedrohung, sondern als Chance sehen

Der beschlossene Brexit gilt bei vielen Wirtschaftsentscheidern auch außerhalb Großbritanniens als Drohkulisse für die wirtschaftliche Zukunft. Eine alternative Herangehensweise betont die Vorzüge der weiter bestehenden Eurozone für einzelne Unternehmen. Zu den zentralen Vorteilen des geschlossenen Wirtschaftsraums mit dem Euro als Währung gehören die Abwesenheit von Währungsrisiken, Handelsbarrieren und Zöllen sowie eine gemeinsame regulatorische Basis. Davon profitieren alle Anbieter – auch nach dem Brexit.

  1. Ein lebendiges Umfeld für Innovationen schaffen

Stillstand führt in die Rezession. Für an Fortschritt interessierte Betriebe ist es daher unumgänglich, eine gelebte unternehmerische Kultur zu schaffen, die auf die Entwicklung marktfähiger Innovationen setzt. Wer den Austausch zwischen Experten und Abteilungen strategisch fördert und als Unternehmensleitbild verankert, schafft die Basis für Wachstum und Profit. Es gilt: Wenn der Innovationsmotor läuft, profitiert der gesamte Markt davon.

  1. Über Unternehmensgrenzen hinweg kooperieren

Wer unbeirrt sein eigenes Süppchen kocht, kommt wahrscheinlich nicht so leicht auf den Geschmack, neue Wege zu beschreiten. Die irische Wirtschaft ist ein Beispiel dafür, wie sich intensive Kooperationen zwischen Unternehmen und Universitäten oder etablierten Marktakteuren und jungen Start-ups auszahlen. Hiervon können sich deutsche Unternehmen inspirieren lassen.

 

Kurzinterview mit Eddie Goodwin, Manager DACH bei Enterprise Ireland

Brexit: Chancen und Herausforderungen für internationales Wirtschaften

Welche Folgen hat der Brexit für Irland?

Eddie Goodwin: Angesichts des Brexit ist es absolut unerlässlich, dass Irland seine Handelsabhängigkeit vom Vereinigten Königreich verringert und die Exporte in die Eurozone erhöht. Unser strategisches Ziel ist es, die irischen Exporte in die Eurozone bis 2020 um 50 Prozent auf 6,15 Milliarden Euro zu steigern.

Welche Rolle spielt die Mitgliedschaft in der Eurozone für irische Unternehmen?

Eddie Goodwin: Als Irland 2002 der Eurozone beitrat, bot sich die Chance, unseren Inlandsmarkt ohne Währungsrisiko in den EU-Binnenmarkt zu integrieren. Selbst heute bietet die Eurozone immer noch weitgehend ungenutzte Chancen. Mit 340 Millionen Einwohnern ist die Bevölkerung fünfmal so groß wie in Großbritannien, doch unsere Exporte in die Eurozone sind um 40 Prozent geringer. Das bedeutet, dass die Eurozone für irische Unternehmen einen potenziell unerschlossenen Exportmarkt von 38 Milliarden Euro darstellt.

Welche Rolle spielt Enterprise Ireland in dieser Situation?

Eddie Goodwin: Enterprise Ireland unterstützt irische Unternehmen aktiv dabei, auf die Herausforderungen und Chancen des Brexit zu reagieren und sich darauf vorzubereiten. Wir ergreifen gemeinsam mit ihnen die notwendigen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass sie innovativer, wettbewerbsfähiger und marktdiversifizierter sind, um den kommenden Herausforderungen mit Zuversicht zu begegnen.

 

Egal, ob es um clevere Datenanalyse oder smarte Sensoren geht: Landwirte müssen sich derzeit riesigen Veränderungen stellen. Eine PwC-Studie kommt in diesem Zusammenhang zu dem Ergebnis, dass 54 Prozent der deutschen Landwirte im Moment in digitale Technologien investiert. Die Investitionen liegen bei durchschnittlich zehn Prozent des Jahresumsatzes. Milchbauern geht es, wenn sie sich mit Smart Farming beschäftigen, in erster Linie darum, Melkabläufe zu verbessern, Erträge zu steigern und die Gesundheit ihrer Tiere zu unterstützen. Das irische Unternehmen Dairymaster ist ein Vorreiter in Sachen Landwirtschaft 4.0. Das untermauert nun die Jury des Innovation Award EuroTier, die eine innovative Lösung der Melktechnikspezialisten für den renommierten Branchenpreis in Silber ausgewählt hat. Ausgezeichnet wird das neue Mission Control System, das mithilfe künstlicher Intelligenz die Milchviehwirtschaft in die Lage versetzt, die Melkzeit, die Entscheidungsfindung und die Steuerung von einem Standort aus zu optimieren.

Worum geht es bei Mission Control?

In Betrieben mit einem Melkkarussell hängt die Dauer des Melkens von der Laufgeschwindigkeit des Karussells ab. Diese zu optimieren ist selbst für erfahrene Melker nicht einfach. Das gilt besonders dann, wenn eine Kuh während des Melkens behandelt und das Karussell angehalten werden muss. Dairymaster setzt bei Mission Control auf ein innovatives Touchscreen-System. Aufgrund der Melkhistorie jeder einzelnen Kuh lässt sich die zu erwartende Milchmenge kalkulieren und mit der Restmelkzeit der Kühe verrechnen, die bereits im Karussell gemolken wurden. Zugleich wird die Karussellgeschwindigkeit beschleunigt.

Was zeichnet Dairymaster in Sachen Landwirtschaft 4.0 aus?

Die Produktpalette von Dairymaster umfasst fünf Kernbereiche: Melktechnik, automatisierte Fütterungssysteme, Gülleabstreifer, Gesundheitsüberwachung und Fruchtbarkeitskontrolle von Kühen sowie Milchkühlung und Wärmerückgewinnung. Im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern der Branche forscht, entwickelt und produziert Dairymaster an einem Standort. Dieses integrierte Fertigungsmodell unterstützt die Weiterentwicklung besonderer Expertise, stärkt die Teambildung und trägt dazu bei, eine Kultur des Informations- und Ideenaustauschs zu schaffen.

Was ist die EuroTier und der Innovation Award?

Die EuroTier ist die globale Leitmesse für Tierhaltungsprofis und gleichzeitig wichtigste Plattform für die Präsentation von Neuheiten. Der Innovation Award untermauert diese Branchen- und Innovationsführerschaft. Er wird alle zwei Jahre anlässlich der Messe EuroTier verliehen. Hierbei ermittelt eine von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) eingesetzte neutrale Jury aus 250 Bewerbern die Gewinner des Neuheitenwettbewerbs. Es werden eine Gold- und 25 Silbermedaillen vergeben.

Wer erhält den Innovation Award EuroTier?

Dairymaster ist das einzige irische Unternehmen, das in diesem Jahr den Innovation Award EuroTier erhält. Mit diesem Preis wird eine innovative Technologie oder ein neuartiges Produkt im Bereich der Smart Agriculture ausgezeichnet. Es geht insbesondere um Weiterentwicklungen, die Verfahren oder Funktionen signifikant verbessern. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf der Bedeutung im praktischen Einsatz auf dem Hof, im Stall und auf der Weide. Zudem spielen Vorteile für Arbeitsleistung und Arbeitsqualität eine besondere Rolle.

Was macht das Mission Control System von Dairymaster so besonders?

Die smarte Melklösung hilft, die Effizienz von Melkkarussellen zu optimieren. Anwender erhalten bereits während des Melkens aktuelle Informationen zu einzelnen Tieren und zur gesamten Herde. Via Touchscreen lässt sich die Melkhistorie jeder Kuh in Echtzeit anzeigen und die zu erwartende Milchmenge berechnen. Künstliche Intelligenz und Algorithmen tragen außerdem dazu bei, die Geschwindigkeit des Karussells zu verbessern. Hinzukommen Informationen über die Ansetzzeit der Melkzeuge, Karussell-Stillstandszeiten, Kuhdurchsatz, erwartetes Melkzeitende, Status des Milchtanks, Restfuttermenge und mehr. Zudem informiert das System über den Gesundheitsstatus der Kühe. Im Verdachtsfall ist so ein sofortiges Eingreifen wie das Kontaktieren eines Tierarztes oder das Trennen der Melkzeuge möglich.

Und was haben Landwirte davon?

Automatisierte Abläufe, egal ob im Büro oder im Stall, sollen vor allem eins: die Effizienz steigern. Hiermit einher gehen Aspekte wie Kostenersparnisse, Umsatzsteigerungen und eine Entlastung der Mitarbeiter. Bei den Technologien von Dairymaster geht es zudem um die Gesundheit der Tiere. Durch die verbesserten Karusselllaufzeiten kann der Landwirt mithilfe des Mission Control-Systems mögliche Zeitverluste auffangen und die Produktivität steigern. Des Weiteren lassen sich Kühe rund eine Minute schneller und zugleich schonender melken. Damit nicht genug: Auch die Erträge steigen durch Einsatz der Dairymaster-Lösung um rund fünf Prozent. Da Anwender immer genau zum richtigen Zeitpunkt mit den für sie erforderlichen Informationen versorgt werden, haben sie außerdem mehr Zeit, sich um die Tiere zu kümmern, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Zusätzlich reduziert sich der Stromverbrauch bei einer um etwa 20 Prozent kürzeren Laufzeit deutlich. 

Wo können Sie Mission Control und irische Innovationsstärke kennenlernen?

Das Mission Control-System wird dem Fachpublikum erstmals auf der EuroTier 2018 an Stand B23, in Halle 13 vorgestellt. Die Messe findet vom 13. bis 16. November in Hannover statt. Weitere irische Innovationen, um Prozesse auf der Weide und im Stall zu automatisieren, finden sich am Stand E37 von Enterprise Ireland in Halle 27. Mit dabei sind Lir Agri, Cheetah Electronics und HerdInsights.

Es ist wieder soweit: Vom 12. bis 15. November trifft sich die globale Medizinbranche in Düsseldorf, um Trendthemen, Herausforderungen und Innovationen zu diskutieren. Mit dabei sind auch in diesem Jahr zahlreiche irische Medtech-Unternehmen und Experten: Sie präsentieren auf dem Irish Pavillon, Halle 16, Stand B61 auf der Medica innovative Diagnose- und Präzisionstechnik sowie Technologien für Schnelldesinfektion und Wundversorgung.

Katalysator des medizinischen Fortschritts

Irland zählt mittlerweile zu den wichtigen Motoren des medizintechnischen Fortschritts. Doch was macht Medizintechnik made in Ireland so besonders? Und warum vertrauen deutsche Medtech-Unternehmen auf irische Expertise? Aufgrund eines innovationsfördernden Umfeldes konnten sich insbesondere die Kernbereiche medizinische Zulieferindustrie, Diagnosetechnik und Medizingeräte auf der Insel besonders gut entfalten. Neben Zugang zu Schlüsselinnovatoren in Industrie und Wissenschaft profitieren irische Unternehmen stark von eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen. Für Kunden weltweit bedeutet dies höhere Produktivität, für Patienten schnellere Genesung.

Irische Hersteller und Dienstleister auf der Medica

Wir von Enterprise Ireland freuen uns sehr, gemeinsam mit sieben irischen Unternehmen die folgenden Zukunftstechnologien zu präsentieren:

  • Das E-Health Start-up AltraTech entwickelt eine neuartige Technologie, die es jeder Person, überall und jederzeit ermöglicht, schnelle und genaue Gentests durchzuführen. Es vereint Nanobiotechnologie, Chemie und Halbleiter in einer tragbaren mikrofluidischen Plattform, mit besonderem Fokus auf RNA-Moleküle.
  • Arrotek Medical fertigt minimal-invasive Medizinprodukte. Dabei berät der Hersteller Kunden bei der Entwicklung, der Materialauswahl sowie auch bei Herstellungsverfahren.
  • Alles für die Wundversorgung: Eine neue Silikonkleberserie sowie antimikrobielle Schaumprodukte stehen bei ATD Emolda im Fokus.
  • Eine ideale Ergänzung für die Patientenversorgung bieten Gesundheitsgeräte und Verbrauchsmaterialien aus den Bereichen Erste Hilfe, Sporttherapie, Diagnostik und Therapie von Fleming Medical.
  • Novaerus befasst sich mit der Reduzierung von Schadstoffen, die zu Infektionen, Allergien und Irritationen führen. Auf der Messe führen sie ein innovatives mehrstufiges Hochleistungsfiltersystem vor. Es unterstützt die sichere Desinfektion und Reinigung der Raumluft sowie Oberflächen in Operationssälen, Laboren und Wartezimmern.
  • Eine Neuerung in Sachen Atemüberwachung zur Früherkennung von Veränderungen der Vitalzeichen eines Patients präsentiert PMD Solutions mit dem klinisch validierten und bewegungsunempfindlichen Atemfrequenzmonitor RespiraSense.
  • Individuelle Medizintechniklösungen in Sachen Produktinnovation, Design und Engineering, aber auch hinsichtlich kommerzieller Herstellung und Lieferung bietet Synecco seinen Kunden.

Möchten Sie Medtech „made in Ireland“ gerne selber kennenlernen und die Innovationsstärke der grünen Insel persönlich in Augenschein nehmen? Gern vereinbaren wir für Sie ein persönliches Gespräch mit einem irischen Medtech-Unternehmen. Wenden Sie sich für weitere Informationen gerne an Patrick Stötzner, Market Advisor Life Science bei Enterprise Ireland unter patrick.stoetzner@enterprise-ireland.com.

Wegweisende Agritech-Expertise am Messestand von Enterprise Ireland

In kaum einem anderen Wirtschaftszweig gibt es vergleichbar hohe Anforderungen an nachhaltige und saubere Herstellungsverfahren wie in der Nahrungsmittelbranche. Wie sich die zahlreichen Herausforderungen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung effizient bewältigen lassen, zeigt Enterprise Ireland auf der EuroTier 2018, die vom 13. bis 16. November 2018 in Hannover stattfindet. Der Fokus des Messeauftritts liegt auf sicherer Weidehaltung, hygienischen Ställen sowie datengestützter Gesundheitsüberwachung.

 

Smart Farming zum Tierwohl

Trends wie Farming 4.0 oder Smart Farming sind schon lange keine fernen Zukunftsvisionen mehr. Viele landwirtschaftliche Betriebe nutzen bereits Informationstechnologien wie professionelle Datenmanagementsysteme, die speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Ein anschauliches Beispiel in puncto Innovation und Nutzerkomfort ist das intelligente Halsband von HerdInsights. Diese Technologie unterstützt Betriebe, das Verhalten ihrer Kühe kontinuierlich zu überwachen. Die Auswertung des Vieh- und Herdenverhaltens ermöglicht dem Bauern wertvolle Rückschlüsse auf die Gesundheit und Fruchtbarkeit seiner Nutztiere. Bei Bedarf sendet das System Warnmeldungen direkt auf das Smartphone. So werden Landwirte in die Lage versetzt, unverzüglich und zielgerichtet Maßnahmen zum Wohl der Tiere zu ergreifen.

 

Biochemie für nachhaltige Nahrungsmittelproduktion

Gesunde Tiere sind die Grundvoraussetzung für hochwertige Produkte in der Fleisch- und Milchwirtschaft. Wie für alle Lebensmittelunternehmen gilt das EU-Hygienerecht auch für landwirtschaftliche Betriebe. Dementsprechend stehen sie in der Pflicht, sichere Lebensmittel in den Warenverkehr zu bringen und dies jederzeit belegen zu können. Zu den führenden Entwicklern wissenschaftlich ausgereifter Reinigungs- und Hygienelösungen für Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie gehört das irische Unternehmen Lir Agri. Die Experten erforschen und entwickeln chemische Lösungen für die Milchwirtschaft. Mit ihren Biosicherheitslösungen fördern sie Nachhaltigkeit in der globalen Nahrungsmittelproduktion. Denn diese tragen dazu bei, schädliche Bakterien im Kontext von Viehhaltung und Milchproduktion gezielt und umweltverträglich zu beseitigen.

 

Branchenexpertise bei Weideviehhaltung

Naturbewusst und nachhaltig geht es auch auf Irlands Weiden zu: Saftig grüne Wiesen und fruchtbare Weideflächen – hier wird das Vieh bis zu zehn Monate pro Jahr gehalten. Unverzichtbar für eine moderne Tierhaltung draußen sind zuverlässige und leistungsfähige Elektrozäune sowie entsprechendes Zubehör – seit 1973 das Spezialgebiet von Cheetah Electronics. Als führender irischer Lieferant von Elektrozäunen bietet das Unternehmen Betrieben aus der Weidewirtschaft ein umfassendes Portfolio: Dies reicht von netzbetriebenen Elektrozaunanlagen über batterie- und solarbetriebener Zaunsysteme inklusive hochwertiger Komponenten, wie etwa elektrisches Polytape, elastische elektrische Tore, doppelt isolierte Erdkabel und elektrische Schafnetze.

 

Die umfangreiche Agritech-Expertise irischer Unternehmen und ihr Lösungsangebot sind vom 13. bis 16. November 2018 das zentrale Thema an Stand E37 in Halle 27 auf der EuroTier. Wir von Enterprise Ireland freuen uns gemeinsam mit unseren ausstellenden Unternehmen auf Ihren Besuch, spannende Gespräche und einen informativen Austausch!

 

Übrigens: Neue Technologien und Innovationen rund um Farming 4.0 und Co. gab es auch bei den National Ploughing Championships in Irland. Für drei Tage wurde die Stadt Tullamore erneut zum Schauplatz der größten Ausstellung für Landwirtschaft und Agrartechnik in Irland.

Trends, Lösungen, Geräte und Services made in Ireland

Grüne Wiesen, raue Küstenlandschaften und stimmungsvolle Musik – So ist Irland. Doch die Insel im Westen Europas hat noch mehr zu bieten: Irland beheimatet eines der fünf wichtigsten globalen Medtech-Zentren. Besonders hervorzuheben sind irische Medizintechnik-Unternehmen übrigens in Sachen Digital Healthcare, kardiovaskuläre Intervention sowie minimal-invasive Chirurgie. Doch auch auf Gebieten wie Diabetes oder Beatmungstechnologie verändern und verbessern irische Entwicklungen Diagnose und Behandlung.

Air Plasma Field von Novaerus zerstört Viren in der Luft

So zum Beispiel die Novaerus AG mit dem ersten und bisher einzigen wissenschaftlich bewährten System zur luftgetragenen Infektionskontrolle. Durch das klinisch erprobte und patentierte „Air Plasma Field“ zerstören Novaerus-Geräte sofort Viren, Bakterien, VOCs und Gerüche in der Luft – und verbrauchen weniger Energie als eine 40-Watt-Glühbirne. Tests (zum Beispiel in den NASA Ames-Laboratorien in Kalifornien) haben gezeigt, dass das Gerät in Millisekunden mehr Keime zerstören kann als herkömmliche Hitzesterilisation über zwei Stunden.

Die Technologie wurde für den Einsatz in Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen Gesundheitseinrichtungen entwickelt. Und bietet Patienten, Mitarbeitern und Besuchern erhebliche Gesundheits-, Umwelt- und Kostenvorteile. Derzeit setzen rund 200 Anwender in den USA und Europa auf das System.

Wichtiger Partner für medizintechnische Geräte und Komponenten

Damit nicht genug: Laut Irish Medtech Association verwenden im Moment rund 25 Prozent der Diabetiker weltweit Injektionstechnologie aus Irland. Das sind über 30 Millionen Menschen. Doch auch internationale Akutkrankenhäuser vertrauen auf irische Medizintechnik: Jedes zweite Beatmungsgerät ist „made in Ireland“. Last but not least finden 80 Prozent der globalen Stent-Herstellung auf der Insel statt.

Viele Produkte und Lösungen, die im Alltag oder Krankheitsfall allgegenwärtig und nicht wegzudenken sind, bestehen aus Komponenten aus verschiedenen Ländern. Verbraucher wissen zumeist nicht, welcher Teil ihrer Insulinpumpe oder ihres Beatmungsgeräts von einem anderen Hersteller stammt. Irland ist innerhalb der EU der zweitgrößte Exporteur medizinischer Geräte und Komponenten und somit ein wichtiger Partner deutscher Experten und Produzenten auf diesem Gebiet.

Brexit stärkt deutsch-irische Zusammenarbeit

Warum das so ist? In den vergangenen zwei Jahren konnte die irische Medizintechnikbranche laut Irish Medtech Association ein besonders starkes Wachstum verzeichnen. In Irland setzen 68 Prozent der Medizintech-Unternehmen auf Forschung und Entwicklung. Sie investieren jährlich 181 Millionen Euro. Im Gegensatz zu anderen Branchen dient der Heimatmarkt dabei nicht als Testgebiet für neue Produkte. Sondern die Unternehmen entwickeln Lösungen von Anfang an mit Blick auf den Weltmarkt. Künftig werden immer mehr irische Firmen mit deutschen kooperieren, da Entwicklungen wie der Brexit dafür sorgen, dass irische Unternehmen ihre Zukunft in der EU suchen. Darüber hinaus profitieren deutsche Produzenten, die sich für einen irischen Partner entscheiden, vom zollfreien Warenverkehr in der EU.

Gemeinschaftsstand von Enterprise Ireland auf der Medica

Konkrete Beispiele der entwicklungsfreudigen irischen Medizintechnik– und Healthcare-Branche finden sich in diesem Jahr auf der Medica. Irische Hersteller und Serviceanbieter zeigen vom 12. bis 15. November auf der Messe in Düsseldorf Ideen und Neuerungen, die die weltweite Medizintechnik vorantreiben. In Halle 16, Stand B61 stellt die Regierungsorganisation gemeinsam mit den Anbietern AltraTech, Arrotek Medical, ATD Emolda, Flemming Medical, Novaerus, P4ML, PMD Solutions und Synecco aus.

Bei Interesse an einem persönlichen Gespräch mit einem irischen Medtech-Unternehmen oder dem Wunsch nach weiterführenden Informationen wenden Sie sich gerne an Patrick Stötzner, Market Adviser Life Sciences unter patrick.stoetzner@enterprise-ireland.com

Jean-Charles Moczarski, Life-Sciences-Berater in der Pariser Niederlassung von Enterprise Ireland, beschreibt, wie Big Data die Zukunft der Medizintechnik prägen.

In der Medizintechnik sind zurzeit drei wichtige Trends zu beobachten: Daten, Daten und noch mehr Daten. Es gibt Daten, die auf individueller Ebene gesammelt werden und sich zu Daten über Bevölkerungen aggregieren lassen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie sich diese Daten analysieren, untersuchen und zum Nutzen der Menschen einsetzen lassen.

Bis 2030 ist davon ausgehen, dass Geräte wie Smartphones, Wearables und das Internet der Dinge (IoT) feste Bestandteile unseres Alltags sein werden. Nie zuvor in der Geschichte der medizinischen Forschung werden so viele Informationen über Einzelpersonen gesammelt und schließlich zu einer beispiellosen Menge an Big Data zusammengetragen werden.

Vorhersagen über künftige Gesundheitsauswirkungen

Einige dieser Daten basieren auf speziellen Lebensstilen, beispielsweise, wie viel Sport wir treiben oder in welchen Bars und Restaurants wir einkehren. Einige dieser Daten werden von Geräten erfasst, die etwa unsere Herzfrequenz und unseren Blutdruck überwachen.

Werden diese Daten miteinander verknüpft, liefern sie eine außergewöhnliche Zustandsbeschreibung der Gesundheit eines Menschen und helfen – die richtige Interpretation vorausgesetzt –, gesundheitliche Auswirkungen vorherzusagen. Da Daten ohne die entsprechende Interpretation nur wenig Aussagekraft haben, werden wir auch Werkzeuge einsetzen, die uns neuartige Datenanalysen ermöglichen.

Anhand dieser Daten werden Ärzte in der Lage sein, den Gesundheitszustand ihrer Patienten zu überwachen. Folglich werden jährliche Gesundheitschecks nicht mehr notwendig sein. Sobald ein Problem auftritt, lassen sich Ärzte automatisch benachrichtigen. Wenn ein Arzt seinem Patienten rät, die Ernährung umzustellen oder mehr Sport zu treiben, und dieser sich nicht daran hält, kann dieses Verhalten ebenfalls erfasst werden. Derartige Funktionen werden zur Förderung der Prävention sowie zu einer stärkeren Akzeptanz von Gesundheitssystemen beitragen.

Die prädiktive Medizin wird durch die Analyse der Daten ganzer Bevölkerungsgruppen unterstützt, da Forscher verstärkt Zugang zu Daten haben, die von Millionen von Menschen erzeugt werden und den größten Teil ihres Lebens umspannen. Dies führt zu einem erheblichen Anstieg der Stichprobengrößen.

Irlands Rolle bei der Entwicklung der Medizintechnik

Irland ist einzigartig aufgestellt, um von diesen Fortschritten zu profitieren. Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe. Das Land ist mit seinen über 300 Medizinunternehmen der zweitgrößte Exporteur von Medizingeräten. Auch die meisten der weltweit größten Technologieunternehmen haben einen Firmensitz in Irland.

Nachfolgend finden sich einige Beispiele für innovative Medizintechnikunternehmen aus Irland, die sich internationales Ansehen erworben haben.

Das irische Unternehmen Aerogen hat preisgekrönte Aerosol-basierte Arzneimittel zur Akutversorgung entwickelt, die in über 75 Ländern weltweit angewendet werden.

Über die Smartphone-App ONCOassist können Onkologiespezialisten unter anderem auf unterstützende Tools, Formeln und Prognoserechner zugreifen. Im Gegensatz zu vielen anderen Apps wird ONCOassist als Medizinprodukt eingestuft und eignet sich somit als Hilfsmittel für klinische Entscheidungen.

Im Bereich Konzeption, kreatives Design und Innovationsberatung arbeitet Dolmen mit vielen verschiedenen Branchen zusammen – von Anbietern aus dem Bereich der Wearable-Technologie bis zu Medical Design-Experten. Dolmen hat Produkte für Cook MedicalPhilips und Soteira entwickelt und im Laufe der Zeit zahlreiche Auszeichnungen erhalten.

Kooperationen in den Bereichen Life Sciences und Technologie

Durch die Verschmelzung von Big Pharma und Tech schreitet die nächste Revolution in der Medizintechnik immer schneller voran. Angetrieben wird diese Revolution durch das Zusammenspiel von Big Tech mit Medizindaten und -geräten.

Unternehmen wie Google und Amazon fassen vermehrt Fuß im Gesundheitsbereich. 2016 kündigten Google und der französische Pharmariese Sanofi – beide in Irland ansässig – an, 500 Millionen US-Dollar in ein Joint Venture zur Entwicklung von Therapien für Diabetespatienten zu investieren.

Die Kombination aus der Erfahrung von Google auf dem Gebiet der miniaturisierten Elektronik, Analytik sowie Entwicklung von Consumer-Software einerseits und der klinischen Fachkompetenz von Sanofi andererseits ist ein Beispiel dafür, wie sich Unternehmen aus bisher voneinander getrennten Branchen zusammenschließen und ergänzen.

Im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) wird Alexa, das Spracherkennungssystem von Amazon, zurzeit in amerikanischen Krankenhäusern als Hilfsmittel für Chirurgen in Operationssälen getestet.

Risiken der Medizintechnik

Branchenübergreifende Fusionen bergen zwar ein riesiges Potenzial, aber auch nicht zu unterschätzende Risiken. Produkte, die in hohem Maße auf Software angewiesen sind, können anfällig gegenüber Cyberangriffen, Hacking und allgemeinen IT-Ausfällen sein.

Wenn wir uns auf das Big-Data-Zeitalter einlassen und davon profitieren möchten, müssen wir dafür sorgen, dass unsere Daten sicher sind und wir jederzeit Zugang zu den notwendigen medizinischen Behandlungen haben.

Nova Leah, ein irisches Start-up-Unternehmen für Cybersicherheit, wurde erst vor zwei Jahren gegründet, hat sich jedoch bereits als wichtiger Akteur auf diesem Feld etabliert.

Mit den innovativen Produkten von Nova Leah lassen sich sichere und geschützte Verbindungen zwischen einzelnen Geräten und den Krankenhausnetzwerken herstellen. In großen Krankenhäusern sind stets zahlreiche Geräte im Einsatz, die Daten erfassen und auf einen Server hochladen.

Bereits eine einzige Schwachstelle bei einem dieser Geräte – und die passende Ransomware – ist ausreichend, um sich nicht nur zum betreffenden Gerät, sondern möglicherweise zum gesamten Krankenhaus oder Gesundheitssystem Zugang zu verschaffen.

In den kommenden sechs Jahren wird der digitale Gesundheitsmarkt voraussichtlich ein Volumen von 379 Milliarden US-Dollar erreichen. Irland wird von dieser enormen Zahl profitieren.

Auch wenn es in den nächsten Jahrzehnten in vielen Bereichen der Medizin zweifelsohne zu Durchbrüchen kommen wird, lässt sich der medizinische Fortschritt künftig zumeist auf den allumfassenden Einfluss von Daten – egal ob Big oder Small Data – zurückführen.

Enterprise Ireland hat deutsche Lohnunternehmer für einen Austausch nach Irland eingeladen. Dort konnten sie irische Agrartechnik im Einsatz erleben.

Gute Produktqualität, Tierwohl und schonender Umgang mit Ressourcen sind nur einige von vielen Erwartungen an die Zukunft der Landwirtschaft. Der Druck, den wachsenden Verbraucheranforderungen gerecht zu werden und wettbewerbsfähig zu bleiben, erfordert einen Blick über den Tellerrand. Um ins Gespräch mit erfolgreichen irischen Herstellern zu kommen, hat Enterprise Ireland daher ein Dutzend deutsche Lohnunternehmer aus NRW im Juni nach Irland eingeladen. Zentrales Ziel der Reise: Wissensaustausch und persönliche Begegnungen lassen neue Ideen entstehen. So können beispielsweise Kooperationen zwischen irischen und deutschen Unternehmen wegweisende Weichen für anhaltenden Geschäftserfolg stellen.

Sensorgesteuerter Pflanzenschutz und Landmaschinen

Die Tour führte die deutschen Besucher zunächst in den Nordwesten Irlands nach County Mayo. Dort wo flaches Ackerland auf eine hohe Bergkette trifft, hat sich der Unkrautsprühservice für Milchviehhalter DeadDock niedergelassen. Der Erfinder Padraic Walsh erklärte seine zukunftsweisende Agrarentwicklung, eine sensorgesteuerte Technologie, mit der sich Pflanzenschutzmittel gezielt und sparsam ausbringen lässt. DeadDock setzt innovative Methoden zur Bekämpfung von breitblättrigen Unkräutern ein. Denn fressen Kühe mehr Gras und weniger Unkraut, wirkt sich das positiv auf ihre Milchleistung aus.

Der zweite Tag der Irlandreise begann mit einer Besichtigung der Produktion und einer Produktpräsentation des Landmaschinenherstellers Malone: Mähwerke, Heuwender, Silowagen, Ballensammler, Mulcher, Holzspalter und Pfahlrammen konnten betrachtet werden. Danach zeigte Acres Machinery spezielle Schwadlüftern, die auch große Erntemengen verarbeiten. Außerdem konnten die Besucher hier mehr über den optimalen Schnittzeitpunkt und den Zuckergehalt von Gräsern erfahren.

Beim staatlichen Versuchsgut Teagasc erhielten die deutschen Besucher Einblicke in die irische Milchproduktion. Für den Biosektor in Deutschland wird ein Weidegang von mindestens 120 Tagen empfohlen. Irlands Kühe verweilen rund 300 Tage auf der Weide. Bei höchstens 120 Stalltagen im Jahr liegen die Produktionskosten für Milch bei lediglich 19 Cent Euro pro Liter, was deutlich günstiger als in Deutschland ist.

Innovative Agrartechnologien für Gülleverarbeitung, Torfabbau und maximalen Maisertrag

Als nächstes stand ein Besuch der Firma Mastek auf dem Programm. Der Spezialist für Gülletechnik und Staplermastbau führte seinen neuen Cutter vor, der großes Interesse weckte. Bei dieser Maschine sitzt der Cutter vor den Gülleverteilsystemen und arbeitet auch bei großen Strohmengen nahezu störungsfrei und verschleißarm. Wie die Gülleverschlauchung funktioniert, führte das Unternehmen bei Peatbed vor, einem der größten Torfabbauer Irlands. Zum Familienbesitz dieses Unternehmens gehört eine rund 600 Hektar große Moorfläche mit einer Bodentiefe von vier Metern. Hier produziert Peatbed Erde für Champignons sowie Einstreumaterial für Kühe, Mastrinder und Hühner. Das Unternehmen exportiert weltweit Torf und zählt zu den größten Torfexporteuren Irlands.

Besonders beeindruckt waren die deutschen Besucher auf einem Maisacker in Nord-Ost Irland, nördlich von Dublin. „Wir haben den Lohnunternehmer Tony Bell besucht, der auf 180 Hektar Mais unter Folie anbaut. Er überraschte uns mit perfekten Deutschkenntnissen und erklärte uns die Technologie von Samco“, berichtet Reiseteilnehmer Stephan kleine Kalvelage. Hierbei sät die Maschine das Saatgut, besprüht den Boden mit einem Vorauflaufherbizid und legt eine dünne Schicht aus biologisch abbaubaren Kunststofffilm über das Saatbett. Dieser Vorgang schützt die Jungpflanzen vor Spätfrost, erhöht die Bodentemperatur und maximiert so den Maisertrag pro Hektar.

Anschließend führte Abbey Machinery ein Güllefass mit 7,5 Metern Schleppschuhverteiler vor, bei dem besonders die einfach aufgebauten Verteiler mit relativ geringer Arbeitsbreite interessant sind. Die Reise endete beim Hersteller von Ballenwicklern und landwirtschaftlichen Anbausystemen Tanco. Hier konnten die Besucher einen Rundballenwickler am Teleskoplader in Aktion sehen.

„Wir konnten viele neue Eindrücke und Ideen mitnehmen“, erklärt kleine Kalvelage. „Die Vorführung der Firma Abbey Machinery fand auf dem Gelände einer Gin-Destillierie statt, die wir auch besichtigt haben. Es war also eine sehr schöne und vielseitige Tour.“

Enterprise Ireland veranstaltet für Lohnunternehmer, Landwirte und Händler von Landmaschinen regelmäßig Reisen nach Irland. Bei Interesse kontaktieren Sie bitte hierzu Heike John, Senior Market Adviser für den Agrarsektor bei Enterprise Ireland, unter heike.john@enterprise-ireland.com.