Dass bei Ausschreibungen irische Unternehmen so oft den Zuschlag für komplexe High-Tech-Bauprojekte erhalten, liegt vor allem an ihrer Vorreiterstellung bei der Innovation.

Neue Verfahren und Standards werden bei Planung, Roh- und Ausbau rasch übernommen und gewährleisten so niedrige Kosten und hohe Effizienz.

In den vergangenen Jahren haben irische Unternehmen noch vor der Konkurrenz auf Digitaltechnologien und Building Information Modelling (BIM) umgestellt. Dieses computergestützte 3D-Verfahren ermöglicht Architekten, Fachplanern und Bauunternehmern die effizientere Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden und Infrastruktur.

BIM ist für irische Unternehmen mehr als nur ein Tool. Vielmehr sehen sie darin eine Reihe von Prozessen, die die Durchführung von Bauprojekten verkürzen und Kunden nach Projektabschluss einfach zugängliche, strukturierte Informationen bieten.

Sie haben das BIM auf 4D und 5D erweitert, womit sich der Fortschritt und die Kosten unterschiedlicher Elemente in Echtzeit verfolgen lassen.

Laut dem im Mai 2017 gemeinsam von der Construction IT Alliance (CiTA) und Enterprise Ireland vorgelegten Bericht „Building Information Modelling 2017“ hat Irland in den vergangenen Jahren seine Kapazitäten im Bereich BIM deutlich ausgebaut.

Mehr und mehr Kunden weltweit verlangen ausdrücklich den Einsatz von BIM bei der Planung und Ausführung von Bau- und Infrastrukturprojekten. Nach der von CitA und Enterprise Ireland veröffentlichten Umfrage „National BIM Survey 2016“ sind 76 % der Teilnehmer von den Fähigkeiten und Kenntnissen ihres Unternehmens in puncto BIM überzeugt.

Eine kürzlich von CitA vorgelegte globale Studie zu BIM zeigt, dass über 50 % der 27 erfassten Länder über regulatorische Bestimmungen verfügen oder deren Einführung in naher Zukunft planen. Die Regierung des Vereinigten Königreichs schreibt seit letztem Jahr bei allen neuen mit staatlichen Geldern finanzierten Projekten im öffentlichen Sektor den Einsatz von BIM vor.

Viele irische Bauunternehmen sind in Großbritannien vertreten, wodurch sie mit den dort geltenden Regelungen und Richtlinien vertraut sind, die für die Arbeit an BIM-Projekten grundlegend sind.

Innovative irische Unternehmen setzen auch verstärkt auf Vorabfertigung. Dadurch lassen sich Fehler deutlich reduzieren. Durch die Vorabfertigung einzelner Komponenten können irische Unternehmen eine Vielzahl von Arbeiten schon vor dem eigentlichen Start eines Bauprojekts erledigen.

Schlanke Verfahren und Lieferkettenprozesse tragen in der irischen Baubranche zu Verbesserungen in den Bereichen Qualität, Produktivität und Arbeitsschutz bei. Die Vorteile liegen in der effizienteren Nutzung zur Verfügung stehender Zeit und der Verringerung von Verzögerungen auf der Baustelle sowie der Reduzierung von Materialverschwendung, Duplikaten, Fehlern, Fehlzeiten und Engpässen. Letztendlich führt diese Entwicklung zu erheblichen Zeit- und Kosteneinsparungen. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass Enterprise Ireland die Übernahme von schlanken Verfahren nachdrücklich unterstützt. Dr. Richard Keegan bringt diese Strategie auf den Punkt: „gemeinsam besser, schneller und günstiger“. Mehrere im Ausland tätige irische Unternehmen setzen auf diese Prinzipien, um sich Wettbewerbsvorteile zu sichern. Bauunternehmen wie Jones GroupMercury Engineering und Kirby weiten die Anwendung dieses Ansatzes immer weiter aus, mit überzeugenden Argumenten: mehr Aufträge, geringere Kosten und bessere Leistungen für die Kunden.

Um bei aktuellen Entwicklungen immer vorn dabei zu sein, setzen irische Bauunternehmen überwiegend auf fest angestellte Mitarbeiter und investieren Zeit und Aufwand in deren Schulung und Entwicklung. Sie beschäftigen eine große Zahl an Auszubildenden und fördern kontinuierlich die Entwicklung der eigenen Belegschaft durch interne Programme, in deren Rahmen Mitarbeiter im Ausland neue Arbeitsmethoden kennenlernen.