Pierre Chauvineau - Med in Ireland Medizintechnik Neuigkeiten

Innovation im Fokus der Med in Irland 2017

Auf der Med in Irland, die im Oktober bei der Royal Dublin Society stattfand, drehte sich alles um Innovationen und Entwicklungen in der Medizintechnik.

Doch was bedeutet Innovation eigentlich in diesem Zusammenhang?

Pierre Chauvineau, Vice President of Rhythm Management bei Boston Scientific sprach auf der Med in Irland über Herausforderungen der Medizintechnikbranche. Boston Scientific beschäftigt an drei Standorten rund 5.000 Mitarbeiter, die meisten von ihnen in Irland. Das Unternehmen hat sich auf interventionelle Kardiologie (Stents), strukturelle Herzkrankheiten, Katheterinterventionen, CRM-Elektrophysiologie, Endoskopie, Urologie und Gynäkologie sowie Neuromodulation spezialisiert. Laut Chauvineau ist ohne Innovationen selbst ein so breit aufgestellte Geschäftsausrichtung kein Erfolgs- oder Wachstumsgarant. Aus diesem Grund investiert Boston Scientific in die Märkte mit dem schnellsten Wachstum.Med in Ireland - Boston Scientific

Innovation sei, gibt Chauvineau zu bedenken, derzeit ein Modewort. Worauf es jedoch ankomme, sei eine Unternehmenskultur, die durch Forschung und Entwicklungen, globale strategische Partnerschaften und gemeinschaftliche Ideen- und Unternehmensentwicklung sinnvolle Innovationen hervorbringe. Damit dies gelingen kann, unterhält Boston Scientific beispielsweise einen Venture-Capital-Fonds, über den es an mehr als 30 Unternehmen mit Produkten auf unterschiedlichem Entwicklungsstand beteiligt ist.

Für Chauvineau sind Innovationen längst viel mehr als nur neue Produkte. Technologische Innovationen stellen für ihn Werte dar, die ihren Niederschlag in der Healthcare-Branche finden müssen. Ein Beispiel für derartige Innovationsstärke ist für Chauvineau Enduralife, das dem britischen Gesundheitssystem NHS in fünf Jahren sechs Millionen Pfund einsparte, indem die Anzahl vermeidbarer Operationen zum Austausch von CRT-Ds (Cardiac Resynchronisation Therapy – Defibrillator) reduziert werden konnte. Dies bedeutete nicht nur einen wirtschaftlichen Erfolg für das Unternehmen und Einsparungen für das NHS, sondern auch eine deutliche Steigerung der Patientenlebensqualität durch die Verlängerung des zeitlichen Abstands zwischen erforderlichen Operationen.

Auch für Bronwyn Brophy, Vice President Early Technologies EMEA bei Medtronic, einem Unternehmen mit über 88.000 Mitarbeitern in der Medizintechnik (3.800 davon in Irland) und 4.800 Patenten, liegt der Fokus auf Innovationen mit maximalen Vorteilen für Patienten und Wirtschaft.

Rita E. Numerof, President von Numerof & Associates, sprach auf der Med in Irland über das Zusammenspiel verschiedener Faktoren und Entwicklungen, die Innovationen im Gesundheitswesen künftig dringender erforderlich werden lassen denn je. Dabei hob sie hervor, dass sich der Anteil der über 60-Jährigen an der Weltbevölkerung bis 2050 nahezu verdoppeln wird (von 12 auf 22 Prozent). In Europa, Nordamerika und Asien wird diese Bevölkerungsgruppe dann bereits 30 Prozent ausmachen. Dieser Trend treibt die Versorgungskosten pro Kopf nach oben und führt so zu  zahlreichen Herausforderungen. Numerof unterstrich die Bedeutung allgemeiner Reformen. Die drei wichtigsten Komponenten hierbei seien eine Versicherungs-, eine Zahlungs- und eine Versorgungsreform. Beispielsweise besteht in den USA bislang keinerlei Beziehung zwischen Ausgaben und Ergebnis. Die Wirksamkeit von Produkten und damit die Vorteile für den Patienten bedeuten daher noch keinen Gewinn für die Unternehmen. Um sich auf dem Healthcare-Markt der Zukunft durchsetzen zu können, müssen Medizintechnikunternehmen die Effektivität ihrer Produkte lückenlos nachweisen können. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit von Zulassung, Kostenerstattung und Annahme durch die Kunden.

Überlegungen zur Kostenerstattung müssen Numerofs Meinung nach künftig eine zentralere Rolle einnehmen, und dies bereits zu einem früheren Zeitpunkt sowie durchgängig während Forschung und Entwicklung, Tests und Anpassung sowie bei der Vermarktung. Außerdem schlug die Expertin vor, ökonomische und klinische Faktoren an der Behandlung festzumachen.

Numerof befürwortet die Idee risikobasierter Verträge. Sie hob hervor, dass es sich beim Gesundheitswesen um die einzige ihr bekannte Branche handelt, bei der eine Garantie nichts nützt, wenn ein Produkt nicht funktioniert. Kern ihres Vortrags auf der Med in Irland war die Anregung zur Schaffung neuer Rahmenbedingungen durch Medizintechnikhersteller und Kunden, bei denen sich der Gewinn an den Leistungen für den Patienten orientiert.

Erstmals war Enterprise Ireland in diesem Jahr mit einem Innovation-Showcase für die Medizintechnikbranche auf der Med in Irland vertreten. Eine unabhängige Studie von Enterprise Ireland hat herausgefunden, dass Innovationsstärke einer der wichtigsten Gründe ist, warum sich internationale Medizintechnikunternehmen an irische Partner wenden.

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