Medizintechnik Neuigkeiten

Vorhersagen zur Zukunft der Medizintechnik

Jean-Charles Moczarski, Life-Sciences-Berater in der Pariser Niederlassung von Enterprise Ireland, beschreibt, wie Big Data die Zukunft der Medizintechnik prägen.

In der Medizintechnik sind zurzeit drei wichtige Trends zu beobachten: Daten, Daten und noch mehr Daten. Es gibt Daten, die auf individueller Ebene gesammelt werden und sich zu Daten über Bevölkerungen aggregieren lassen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie sich diese Daten analysieren, untersuchen und zum Nutzen der Menschen einsetzen lassen.

Bis 2030 ist davon ausgehen, dass Geräte wie Smartphones, Wearables und das Internet der Dinge (IoT) feste Bestandteile unseres Alltags sein werden. Nie zuvor in der Geschichte der medizinischen Forschung werden so viele Informationen über Einzelpersonen gesammelt und schließlich zu einer beispiellosen Menge an Big Data zusammengetragen werden.

Vorhersagen über künftige Gesundheitsauswirkungen

Einige dieser Daten basieren auf speziellen Lebensstilen, beispielsweise, wie viel Sport wir treiben oder in welchen Bars und Restaurants wir einkehren. Einige dieser Daten werden von Geräten erfasst, die etwa unsere Herzfrequenz und unseren Blutdruck überwachen.

Werden diese Daten miteinander verknüpft, liefern sie eine außergewöhnliche Zustandsbeschreibung der Gesundheit eines Menschen und helfen – die richtige Interpretation vorausgesetzt –, gesundheitliche Auswirkungen vorherzusagen. Da Daten ohne die entsprechende Interpretation nur wenig Aussagekraft haben, werden wir auch Werkzeuge einsetzen, die uns neuartige Datenanalysen ermöglichen.

Anhand dieser Daten werden Ärzte in der Lage sein, den Gesundheitszustand ihrer Patienten zu überwachen. Folglich werden jährliche Gesundheitschecks nicht mehr notwendig sein. Sobald ein Problem auftritt, lassen sich Ärzte automatisch benachrichtigen. Wenn ein Arzt seinem Patienten rät, die Ernährung umzustellen oder mehr Sport zu treiben, und dieser sich nicht daran hält, kann dieses Verhalten ebenfalls erfasst werden. Derartige Funktionen werden zur Förderung der Prävention sowie zu einer stärkeren Akzeptanz von Gesundheitssystemen beitragen.

Die prädiktive Medizin wird durch die Analyse der Daten ganzer Bevölkerungsgruppen unterstützt, da Forscher verstärkt Zugang zu Daten haben, die von Millionen von Menschen erzeugt werden und den größten Teil ihres Lebens umspannen. Dies führt zu einem erheblichen Anstieg der Stichprobengrößen.

Irlands Rolle bei der Entwicklung der Medizintechnik

Irland ist einzigartig aufgestellt, um von diesen Fortschritten zu profitieren. Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe. Das Land ist mit seinen über 300 Medizinunternehmen der zweitgrößte Exporteur von Medizingeräten. Auch die meisten der weltweit größten Technologieunternehmen haben einen Firmensitz in Irland.

Nachfolgend finden sich einige Beispiele für innovative Medizintechnikunternehmen aus Irland, die sich internationales Ansehen erworben haben.

Das irische Unternehmen Aerogen hat preisgekrönte Aerosol-basierte Arzneimittel zur Akutversorgung entwickelt, die in über 75 Ländern weltweit angewendet werden.

Über die Smartphone-App ONCOassist können Onkologiespezialisten unter anderem auf unterstützende Tools, Formeln und Prognoserechner zugreifen. Im Gegensatz zu vielen anderen Apps wird ONCOassist als Medizinprodukt eingestuft und eignet sich somit als Hilfsmittel für klinische Entscheidungen.

Im Bereich Konzeption, kreatives Design und Innovationsberatung arbeitet Dolmen mit vielen verschiedenen Branchen zusammen – von Anbietern aus dem Bereich der Wearable-Technologie bis zu Medical Design-Experten. Dolmen hat Produkte für Cook MedicalPhilips und Soteira entwickelt und im Laufe der Zeit zahlreiche Auszeichnungen erhalten.

Kooperationen in den Bereichen Life Sciences und Technologie

Durch die Verschmelzung von Big Pharma und Tech schreitet die nächste Revolution in der Medizintechnik immer schneller voran. Angetrieben wird diese Revolution durch das Zusammenspiel von Big Tech mit Medizindaten und -geräten.

Unternehmen wie Google und Amazon fassen vermehrt Fuß im Gesundheitsbereich. 2016 kündigten Google und der französische Pharmariese Sanofi – beide in Irland ansässig – an, 500 Millionen US-Dollar in ein Joint Venture zur Entwicklung von Therapien für Diabetespatienten zu investieren.

Die Kombination aus der Erfahrung von Google auf dem Gebiet der miniaturisierten Elektronik, Analytik sowie Entwicklung von Consumer-Software einerseits und der klinischen Fachkompetenz von Sanofi andererseits ist ein Beispiel dafür, wie sich Unternehmen aus bisher voneinander getrennten Branchen zusammenschließen und ergänzen.

Im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) wird Alexa, das Spracherkennungssystem von Amazon, zurzeit in amerikanischen Krankenhäusern als Hilfsmittel für Chirurgen in Operationssälen getestet.

Risiken der Medizintechnik

Branchenübergreifende Fusionen bergen zwar ein riesiges Potenzial, aber auch nicht zu unterschätzende Risiken. Produkte, die in hohem Maße auf Software angewiesen sind, können anfällig gegenüber Cyberangriffen, Hacking und allgemeinen IT-Ausfällen sein.

Wenn wir uns auf das Big-Data-Zeitalter einlassen und davon profitieren möchten, müssen wir dafür sorgen, dass unsere Daten sicher sind und wir jederzeit Zugang zu den notwendigen medizinischen Behandlungen haben.

Nova Leah, ein irisches Start-up-Unternehmen für Cybersicherheit, wurde erst vor zwei Jahren gegründet, hat sich jedoch bereits als wichtiger Akteur auf diesem Feld etabliert.

Mit den innovativen Produkten von Nova Leah lassen sich sichere und geschützte Verbindungen zwischen einzelnen Geräten und den Krankenhausnetzwerken herstellen. In großen Krankenhäusern sind stets zahlreiche Geräte im Einsatz, die Daten erfassen und auf einen Server hochladen.

Bereits eine einzige Schwachstelle bei einem dieser Geräte – und die passende Ransomware – ist ausreichend, um sich nicht nur zum betreffenden Gerät, sondern möglicherweise zum gesamten Krankenhaus oder Gesundheitssystem Zugang zu verschaffen.

In den kommenden sechs Jahren wird der digitale Gesundheitsmarkt voraussichtlich ein Volumen von 379 Milliarden US-Dollar erreichen. Irland wird von dieser enormen Zahl profitieren.

Auch wenn es in den nächsten Jahrzehnten in vielen Bereichen der Medizin zweifelsohne zu Durchbrüchen kommen wird, lässt sich der medizinische Fortschritt künftig zumeist auf den allumfassenden Einfluss von Daten – egal ob Big oder Small Data – zurückführen.

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